UMA-Wohngruppe

UMA Wohngruppen

Zielgruppe

Unbegleitete minderjährige, männliche Flüchtlinge, ab 16 Jahren, werden von uns in Wohngemeinschaften mit je 4 Plätzen betreut. Die Wohngruppen befinden sich in Rastatt und Gaggenau.

Es handelt sich um Wohnplätze für Jungs unterschiedlicher Herkunft und Biographie. Oft haben die jungen Menschen traumatisierende Erlebnisse durch Krieg oder Unterdrückung hinter sich und zudem eine lange und prägende Flucht mit vielen schlimmen Erlebnissen.

Voraussetzung unserer Arbeit ist es, den Jugendlichen das Erleben eines sicheren Platzes in unserer Wohngemeinschaft zu ermöglichen, an dem die „innere“ Flucht beendet werden kann, so dass ein neues Lebens in neuer Kultur aufgebaut werden kann.

Zielsetzung

Die Zielsetzungen des Leistungsangebotes sind insbesondere:

  • das Erlernen der deutschen Sprache
  • die Gepflogenheiten in Deutschland und die deutsche Kultur kennen zu lernen und zu verinnerlichen (ohne die Herkunftskultur dabei aufzugeben)
  • regelmäßiger Schulbesuch, wenn möglich mit dem Ziel einen Schulabschuss zu erlangen
  • Vermittlung in Praktika und Ausbildung
  • Eigenständige Freizeitgestaltung z.B. in Vereinen
  • Erlernen von Selbständigkeit, um zukünftig ohne Hilfe in Deutschland zurecht zu kommen
  • Integration in die deutsche Gesellschaft

Tagesablauf und Betreuungsstruktur

Die Jugendlichen werden durch ein Fachkräfteteam von drei Mitarbeitern täglich betreut. In der Nacht sind vor Ort Nachtbereitschaften, welche für die Jugendlichen in Krisensituationen ansprechbar sind.

In der Regel stehen die Jugendlichen mit Weckdienst auf und bereiten sich selbständig das Frühstück, um dann in die Schule oder andere Bildungsmaßnahmen zu besuchen. Im Nachmittagsbereich findet Lernbegleitung bei Hausaufgaben und dem Erlernen der deutschen Sprache statt.

Gemeinsam mit den Betreuern wird abends frisch gekocht. Jeden Tag kocht ein anderer Jugendlicher, je nach Können selbstständig oder mit Unterstützung des Betreuers. Die Jugendlichen sollen und dürfen Gerichte aus ihren Heimatländern zubereiten.

Die Jugendlichen sind dafür verantwortlich, dass die Räumlichkeiten sauber und gepflegt sind, was über wechselnde Putzdienste mit Unterstützung durch die Betreuer geregelt ist.

Einmal in der Woche findet abends ein Gruppenabend statt. Dort sprechen alle Jugendliche mit den Betreuern über wichtige Themen des Alltags und die Pläne für Freizeiten. Die Umsetzung der Hausordnung ist immer wieder Teil der Gespräche.

Durch individuelle Entwicklungspläne werden die Jugendlichen von ihren Bezugserziehern bei allen Alltags- und Lebensthemen bedarfsgerecht gefördert. So wird zu Anfang der Betreuung intensive Unterstützung angeboten, um zum Beispiel Ämtergänge oder Arzttermine erfolgreich zu gestalten. Sukzessive wird die Verselbständigung gefördert, so dass die Jugendlichen die Alltagsdinge selbst zu regeln lernen.

Die Betreuer begleiten die Jugendlichen bei schulischen Dingen und geben individuelle Lernhilfen. Ebenso begleiten sie bei der Berufsorientierung und helfen über Berufsberatung und Praktika eine klare berufliche Perspektive zu entwickeln.

Ein wichtiger Teil der Bezugserzieherarbeit ist es, wöchentlich die persönliche Lebenssituation zu reflektieren, über Probleme und Sorgen zu sprechen und nach passenden Lösungen zu suchen. Das Taschen- und Kleidergeld wird zusammen mit den Erziehern eingeteilt. Einkäufe werden den Jugendlichen zunehmend selbständig überlassen, so dass der Umgang mit Geld erlernt wird.

Regelmäßig finden Freizeitaktivitäten statt, wie z.B. Klettern, Bowlen, Ausflüge in den Schwarzwald, Städtetouren u.v.m.. Zweimal im Jahr finden zudem mehrtägige Freizeiten statt. Es handelt sich um Pflichtveranstaltungen im Rahmen der Gruppe, um die Beziehungen innerhalb der Jugendgruppe und mit den Betreuern zu stärken und damit sich die Jugendlichen in verschiedenen Situationen zurecht finden lernen.

Wir fördern es, dass Jugendliche sich in örtlichen Vereinen engagieren. Besonders beliebt ist das Fußballspielen. Einige Jungs sind dort mit Feuereifer bei der Sache und haben dadurch Anschluss zu anderen Jugendlichen aus Deutschland gefunden. Dies ist ein wichtiger Aspekt zur Integration in der deutschen Gesellschaft und der Stärkung des positiven Selbsterlebens.

Räumliche Ausstattung

Die angemieteten Wohnräume besitzen zu den Jugendzimmern einen Raum für die Betreuer, einen Gemeinschaftsraum, eine Küche und ein Esszimmer.

Jede der Gruppen hat sich individuell eingerichtet und einen gemütlichen Rahmen zusammen mit den Jugendlichen geschaffen.
 

Kontakt:
Barbara Morbach
Bereichsleitung Flüchtlingsarbeit:
b.morbach@jwg-ra.de

 

Gespeichert von katrin.gruber am Fr, 08/18/2017 - 08:23
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